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Fokus: Sexualität

Ich bin... Traumdoktor

Martin Kaufmann alias Dr. Föhn ist Traumdoktor bei der Stiftung Theodora. Mit seinen Besuchen beschert er kranken und verletzten Kindern in Spitälern sowie Kindern mit Behinderung in Schulen und Wohnheimen unbeschwerte Momente.

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Ich bin…
Traumdoktor

Martin Kaufmann alias Dr. Föhn ist Traumdoktor bei der Stiftung Theodora. Mit seinen Besuchen beschert er kranken und verletzten Kindern in Spitälern sowie Kindern mit Behinderung in Schulen und Wohnheimen unbeschwerte Momente.

Martin Kaufmann, wie würden Sie Dr. Föhn beschreiben?

Dr. Föhn: Ich bin Traumdoktor und – wie mein Name schon sagt – mit viel Windenergie in den Spitälern und Institutionen für Kinder unterwegs. Ein Markenzeichen von mir ist eine Mini-Gitarre, die sich Guitalele nennt. Sie hat auch sechs Saiten und ist gestimmt wie eine grosse!

Wie kam es dazu, dass Sie Traumdoktor geworden sind?

Als ich hauptberuflich als Schauspieler tätig war, hatte ich zwei Arbeitskolleginnen, welche Teilzeit bei der Stiftung Theodora arbeiteten und von ihren wunderbaren Erlebnissen als Traumdoktorinnen erzählten. Das machte mich neugierig und ich bewarb mich. Ich konnte mich dann ebenfalls bei der Stiftung Theodora zum Traumdoktor ausbilden lassen und bin nun seit sechs Jahren als Dr. Föhn unterwegs.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Wenn ich spezialisierte Institutionen besuche, stehe ich um 6 Uhr auf. In der heilpädagogischen Schule oder im Wohnheim treffe ich dann meine Kolleg:innen und wir ziehen unsere Kostüme an und schminken uns. Danach gehen wir in die Klassen oder Wohngruppen und spielen dort mit den Kindern für jeweils 20 bis 30 Minuten. Manchmal machen wir Musik und manchmal spielen wir mit einer
Handpuppe. Oder wir stehen zu zweit unter einem Regenschirm im Schulzimmer und lassen uns von den Kindern belehren, dass es im Schulzimmer gar nicht regnen kann. So geht es von Gruppe zu Gruppe, von Klasse zu Klasse. Abends bei der Rückfahrt im Zug bin ich jeweils so müde und erfüllt vom Tag, dass ich subito einschlafe.

Interviewstafette – so funktionierts:

Kinder mit Behinderung treffen auf so manche Fachkräfte, die sie beraten und fördern. In dieser Rubrik stellen wir diese Held:innen und ihre Berufe vor. Wer interviewt wird, stellt gleich auch der nächsten Person eine Frage.

Mit welchen Herausforderungen sind Sie bei der Arbeit konfrontiert?

Eine grosse Herausforderung erlebe ich bei Kindern mit Mehrfachbehinderung. Oft gibt es kleine Anzeichen, ob ihnen mein vorgeschlagenes Spiel gefällt oder nicht. So kann ich weiterspielen oder auch abbrechen. Aber manchmal bleibt eine Reaktion oder ein Zeichen aus. In solchen Fällen hole ich die betreuenden Personen dazu und frage nach deren Einschätzung.

Unsere letzte Interviewpartnerin, Debora Marti, möchte von Ihnen wissen, wie Sie einen Besuch bei Kindern mit schwerer Mehrfachbehinderung gestalten und was Ihre Lieblingswitze sind, um mit ihnen in Kontakt zu treten.

Wir kennen die Kinder teilweise seit Jahren. Daher wissen wir bei den meisten, was sie mögen und was nicht. Ein älterer Junge mag es beispielsweise, wenn wir an sein Bett klopfen. Es wird dann ziemlich laut! Ein kleines Mädchen beginnt mit einer Art Singsang, wenn wir rund um ihren Rollstuhl rennen. Und bei jemandem haben wir gemerkt, dass er beginnt zu «headbangen», wenn wir was von AC/DC auf unseren Guitalelen und Ukulelen spielen. Jedes Kind ist auf seine Weise einzigartig.

Wann erachten Sie Ihren Einsatz als Dr. Föhn als geglückt?

Wenn ich das Kind für einen kurzen Moment aus dem Alltag entführen konnte. Wenn es lachen oder staunen konnte. Wenn wir gemeinsam musizieren oder singen. Das erfüllt mich mit Freude.

Interview: Regula Burkhardt
Foto: zvg

Ihre Frage an…

Franziska Zollinger

Im nächsten Interview befragen wir Franziska Zollinger, Assistenzperson für Kinder und Jugendliche mit mehrfacher Behinderung. Dr. Föhns Frage an sie: «Was machen Sie am liebsten mit dem zu betreuenden Kind und welche Tätigkeit macht es mit Ihnen am liebsten?»

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Martin Kaufmann
Stiftung Theodora

Martin Kaufmann bringt als Dr. Föhn von der Stiftung
Theodora Kinder zum Lachen.

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