60-Jahr-Jubiläum

Geschichte

Die Anfänge
Für die Gesellschaft der 50er-Jahre ist es selbstverständlich, dass ein Kind mit Behinderung nicht zu Hause beschult und erzogen werden kann. Betroffene Eltern erhalten weder von der Politik noch von der Gesellschaft Rückendeckung. 

„Es ist klar, dass für die Eltern die Trennung von den Kindern hart ist, für die Kinder selber aber ist der Aufenthalt im Heim die beste Voraussetzung für das Bestehen im Lebenskampf.“ Augenarzt Dr. Schläpfer in der kantonsrätlichen Kommission, 1958

Doch das Ehepaar Yvonne und Werner Weiler ist sich sicher: «Wir geben unser Kind nicht weg!» Weilers weigern sich, ihre Yvonne in eine weit entfernte Schule und somit auch die Erziehungsrechte abzugeben. In Albert Roth, Lehrer und selber blind, finden Weilers den idealen Mitstreiter für ihre Sache. Zusammen mit anderen betroffenen Eltern gründen sie eine Interessensgemeinschaft. Fortan wird die kleine Yvonne Weiler und weitere Kinder mit Sehbehinderung von Albert Roth im Wohnzimmer der Weilers beschult.

1963
Der lose Zürcher Elternverbund um Weilers gründet am 6. Februar zusammen mit einer ähnlichen Arbeitsgruppe aus Basel den Verein «Schweizerische Vereinigung der Eltern blinder und sehschwacher Kinder».

1965
Die Gesellschaft wandelt sich in den 60er Jahren rasant, neue Ideen und Methoden finden Eingang in den Alltag. Damit dieses Wissen für betroffene Familien und Behörden besser zugänglich wird, gründet die Organisation eine Sonderpädagogische Beratungsstelle.

1974
Die Trägerschaft gründet die Tagesschule für blinde, seh- und mehrfach behinderte Kinder. 1977 erhält die Schule die Anerkennung des Züricher Regierungsrats als private Sonderschule.

1992
Die Tagesschule organisiert in ihren Räumlichkeiten erstmals Entlastungswochenenden für betroffene Familien.

1993
Das Magazin imago erscheint zum ersten Mal – damals noch unter dem Namen «Sehen/Voir». Es bietet (Fach-) Informationen zum Thema Familie, Kind und Behinderung.

1999
Die wachsende Kinderzahl an der Tagesschule visoparents führt zum Kauf, Um- und Ausbau des ehemaligen Pfarrhauses in Zürich-Oerlikon.

2003
Die «Schweizerische Vereinigung der Eltern blinder und sehschwacher Kinder» wird mit der Zürcher Sektion zusammengeführt und tritt neu unter dem Namen «visoparents schweiz» auf.

2004
Der Verein übernimmt den Spieltreff für Kinder mit Behinderung in Winterthur-Hegi. Kurz darauf entsteht in Dübendorf ein weiterer Spieltreff. Bald zeigt sich, dass ganztägige Hortplätze gefragt sind.

2005
Das neu ins Leben gerufenen Projekt «Praxisorientierte Beratung» bietet Workshops für den Umgang mit Menschen mit Mehrfachbehinderung. Das Konzept überzeugt auch die Hochschule für Heilpädagogik, die den Kurs in ihr Fortbildungsangebot aufnimmt.

2008
Anstelle der Spieltreffs wird die Kita Kinderhaus Imago in Dübendorf eröffnet. Das inklusive Konzept bietet für Kinder mit und ohne Behinderung Betreuung und Förderung im Vorschulalter. Für dieses anspruchsvolle Konzept braucht es Fachpersonen aus den Bereichen, Betreuung, Pädagogik, Medizin und Pflege.

2014
Der Verein lanciert die Eltern-Treffs «Autismus im Vorschulalter» und «Sehen Plus».

2015
Das Angebot «Eltern- und Fachberatung» löst die «Sonderpädagogische Beratungsstelle» ab und richtet sich neu an Familien aus der ganzen Schweiz.

2016
Das integrative Kinderhaus imago eröffnet einen zweiten Standort in Baar, Kanton Zug.

2020
Der Verein «visoparents schweiz» wird in eine Stiftung überführt und heisst neu «Stiftung visoparents».

2021
Unter dem Dach Kinderhauses imago entsteht das neue Angebot «Frühförderung Autismus». Kinder werden in Kleingruppen individuell gefördert und auf den Grundschuleintritt vorbereitet.

2022
Das Volksschulamt des Kantons Zürich bewilligt das Projekt «Frühförderung Autismus Grundstufe». Damit entsteht ab Schuljahr 2023/24 erstmals ein Angebot, welches den fliessenden Übergang vom Vorschul- zum Schulbereich sicherstellt.

2023
Wir feiern gleich zwei Jubiläen: 60 Jahre Stiftung visoparents und 15 Jahre Kinderhaus imago! Wir arbeiten weiter an unserer Vision einer Gesellschaft, in der jeder Mensch gleichwertig leben kann.