Traditionell gewachsene Geschichte mit Zukunft
Visoparents schweiz ist ein Verein, der sich in erster Linie an den Bedürfnissen von blinden, seh- und mehrfach behinderten Kindern und ihren Eltern orientiert. Heute wie zu Gründerzeiten ist ein Hauptziel des Vereins, diese Bedürfnisse wahrzunehmen, nach geeigneten Lösungen zu suchen und diese umzusetzen. Die heutige Grösse des Vereins visoparents schweiz mit seinem breitgefächerten Angebot und den 90 angestellten Mitarbeitenden zeigt das aktive und visionäre Vorgehen.
1958: Einige engagierte Eltern von blinden und sehbehinderten Kindern schliessen sich zu einer Interessensgemeinschaft zusammen.
1963: Aus dem lockeren Elternverband im Raume Zürich und einer ähnlichen Arbeitsgruppe in Basel entsteht die „Schweizerische Vereinigung der Eltern blinder und sehschwacher Kinder“.
1960: Die Sonderschule der Stadt Zürich für Sehbehinderte wird eröffnet. Die Gründung dieser Schule ist den intensiven Bemühungen von betroffenen Eltern des „Zürcher Elternvereins für blinde und sehbehinderte Kinder“ (Zürcher Sektion der schweizerischen Vereinigung) zu verdanken. Sie unternahmen verschiedene Vorstösse bei den Behörden, um für ihre normal begabten, aber blinden oder sehr stark sehbehinderten Kinder eine Schule mit zielgerichtetem Blindenunterricht zu schaffen, basierend auf dem Lehrplan der Volksschule des Kantons Zürich. Die Schule der Stadt Zürich zählt heute zu den drei Blindenschulen in der Deutschschweiz.
1965: Die Sonderpädagogische Beratungsstelle startet mit dem ambulanten Dienst für pädagogisch-therapeutische Massnahmen (Frühförderung). Eltern werden bereits ab Geburt des Kindes beraten und begleitet. Im Laufe der Zeit wurden die Aufgaben der Beratungsstelle zu einem umfassenden Beratungs- und Förder-Angebot erweitert.
1965: Die Fachbibliothek wird aufgebaut und durch eine eigens angestellte Bibliothekarin betreut. Die Bibliothek befindet sich heute an der Geschäftsstelle an der Stettbachstr. 10 in Dübendorf und bietet Eltern sowie weiteren interessierten Personen aus dem Blindenwesen Gelegenheit, Fachbücher zum Thema Sehbehinderung auszuleihen.
1974: Es gibt noch keine Schulpflicht, viele behinderte Kinder werden zu Hause von den Eltern betreut und haben kaum gruppensoziale Erlebnisse. Zudem fordern insbesondere Eltern von mehrfach behinderten Kindern eine Entlastung im Alltag. Diese Erkenntnisse führen 1973 zur Planung einer Tagesschule für sehgeschädigte Kinder. Die Schule hat ihren ersten Standort in einer Wohnung an der Witikonerstrasse in Zürich und zügelt aufgrund der zunehmenden Schülerzahl 1977 an den heutigen Standort in Zürich Oerlikon.
1981: Die Zeitschrift „Specht“ in Blindenschrift (Braille) wird auf Initiative einer betroffenen Mutter ins Leben gerufen. Die Zeitschrift erscheint monatlich in Zusammenarbeit mit der Schule für blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in Zollikofen und befasst sich mit Themen für Kinder und Jugendliche. Die Produktion des „Spechts“ musste 2003 eingestellt werden. Die Nachfrage war wegen der neuen technischen Möglichkeiten stark zurückgegangen.
1983: Mit dem Einsitz in die Stiftung Lerchenhof in Homburg TG kann der Vorstand dem Wunsch vieler Eltern entsprechen, Wohnplätze für die der Sonderschule entwachsenen mehrfach behinderten Jugendlichen anzubieten. Während der Schulferien kann das Heim auch für Entlastungsaufenthalte der Tagesschulkinder genutzt werden. 2004 löst sich der Lerchenhof von visoparents schweiz und wird eigenständig.
1985: Viele der Veranstaltungen für unsere Mitglieder nahmen in diesem Jahr ihren Anfang. Das Ponyreiten, die Zoobesuche, das Segeln auf dem Zürichsee und die jährliche Chlausfeier haben eine lange Tradition und werden auch heute noch gut besucht. Natürlich bietet visoparents schweiz heute seinen Mitgliedern auch „modernere“ Aktivitäten, wie zum Beispiel das bodyflying, Inline-Skating, Indoor-Klettern, Children’s Ride oder die Fahrten im Hundeschlitten.
1992: Erstmals werden an der Tagesschule Entlastungswochenenden für behinderte Kinder durchgeführt. Zu Beginn sind diese Wochenenden für Kinder der Tagesschule reserviert, heute stehen sie allen behinderten Kindern offen.
1993: Das Mitteilungsblatt der Schweizerischen Vereinigung erscheint erstmals, unter dem Titel „Sehen/voir“. 2001 wird das Heft nochmals sanft renoviert, bis es 2003 vom total neu gestalteten, farbigen „imago“ abgelöst wird. Der Inhalt richtet sich nach wie vor in erster Linie an die Eltern, neu aber auch an interessiertes Fachpersonal, verwandte Organisationen und Sponsoren.
1999: Die wachsende Kinderzahl in der Tagesschule führt zum Kauf und zum Um- und Ausbau des ehemaligen Pfarrhauses an der Regensbergstrasse in Oerlikon. Heute werden 16 mehrheitlich mehrfach behinderte Kinder und Jugendliche an der Tagesschule unterrichtet und gefördert.
2003: Die „Schweizerische Vereinigung der Eltern blinder und sehschwacher Kinder“ wird mit dem „Zürcher Elternverein für blinde und sehbehinderte Kinder“ zusammengeführt. Neu tritt der Verein als visoparents schweiz auf. Der Geschäftssitz wird von Zürich nach Dübendorf verlegt.
2004: visoparents schweiz übernimmt den Spieltreff für behinderte Kinder in Winterthur-Hegi und bewahrt dieses wichtige Entlastungsangebot vor der drohenden Schliessung. 2005 wird eine zweite Gruppe in Dübendorf eröffnet. Es zeigt sich, dass vielen Eltern die Betreuung an einzelnen Nachmittagen zu wenig ist, gefragt sind ganztägige Hortplätze. Dieses Angebot wird durch das Kinderhaus Imago abgedeckt, deshalb werden die Spieltreffs per Ende 2008 geschlossen.
2004: Erstmals wird eine Entlastungswoche für behinderte Kinder während der Schulferien durchgeführt. Der Erfolg ist so gross, dass die Entlastungswochen fest ins Angebot von visoparents schweiz aufgenommen werden. Seither finden nach Bedarf mehrmals im Jahr an der Tagesschule oder im Kinderhaus Imago Entlastungswochen statt.
2005: Die „Praxisorientierte Beratung“ wird als Projekt ins Leben gerufen. Das Angebot umfasst Workshops im Umgang mit mehrfach behinderten Menschen, Hospitationen an der Tagesschule, Einzelberatungen und fachspezifische Vorträge. Das Konzept bewährt sich und wird ständig ausgebaut. 2008 wird die „Praxisorientierte Beratung“ ins reguläre Fortbildungsangebot der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik HfH in Zürich aufgenommen und in "Praxisorientierte Weiterbildung Mehrfachbehinderung" umbenannt.
2006: Der erste „Children’s Ride“ in Gossau findet statt. Die Motorrad-Ausfahrt für behinderte Kinder entwickelt sich zu einem grossen Kinderfest und ist ein Publikumsmagnet für die ganze Region.
2008: Das Kinderhaus Imago in Dübendorf wird eröffnet. Es bietet Betreuung für Kinder mit Handicap, tagsüber, zu Randzeiten, regelmässig auch über Nacht, an Wochenenden oder während der Schulferien.




